"Zeit für den Abschied haben, heißt trotz der Trauer das Licht sehen."

Die Überschrift findet sich auch auf den Prospekten des Bestattungsinstituts Anton, deren Leitspruch lautet:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar."

 

Menschenrechte gelten nicht nur für die Lebenden, auch die Verstorbenen haben ein Recht auf einen würdevollen Umgang mit ihnen. "Würdevoll Abschied nehmen", das ist daher auch genau der leitende Gedanke, der das Handeln im Familienunternehmen Anton bestimmt. 

 

Sterben und auch das Bewusstsein für die eigene Vergänglichkeit, beides schieben wir gerne vor uns her, als beträfe es immer nur die anderen.

Alles, was mit diesem Thema zu tun hat, bereitet uns ein eher unbehagliches Gefühl. Und ich muss zugeben, auch wenn ich gerne auf Friedhöfen spazieren gehe und dort Stillleben fotografiere, der Gang zum Bestatter war doch irgendwie komisch.
Dort angekommen war ich erstmal völlig überrascht, da ich es mir eigentlich ganz anders vorgestellt hatte. Es war hell und freundlich, eigentlich ganz schön dort, garnicht trist, düster oder gar morbide. Ich wurde sehr freundlich begrüßt und auch direkt von einem Mitarbeiter vom Empfang zu dem Raum geführt, in dem auch die Aufnahmegespräche mit den Angehörigen stattfinden. 

Der Raum war lauschig warm, hell, freundlich und an sich gemütlich eingerichtet. In einer Ecke neben der Tür stand ein kleiner Ofen, in dem glühende Kohlen flackerten. Auf dem Ofen standen ein paar Schmuckurnen zur Ansicht. In der Mitte des Raumes war der Besprechungstisch, dahinter eine Kommode, auf der ein paar Flyer und Prospekte aufgestellt waren.
Außerdem lagen dort verschiedene kleine Schmuckstücke, die man sich zur Erinnerung an einen Verstorbenen machen lassen kann. Nach kurzer Zeit kam Frau Lutze ins Zimmer, die so freundlich war, sich die Zeit für mich und meine Fragen zu nehmen...


Wie kam es zu dem Berufswunsch?

"Eigentlich habe ich Krankenschwester gelernt, das war mein Berufswunsch seit der Pubertät. Als solche habe ich dann 2,5 Jahre gearbeitet, bis es bei mir irgendwie zu einer Phase der Umorientierung kam. Ich wollte einfach was anderes machen. Ich habe mir dann verschiedene Jobs angesehen, aber die waren mir alle zu banal und langweilig. Routine und Alltag wollte ich auf keinen Fall. Durch Zufall stieß ich dann durch die Online Suche und Wikipedia auf den Begriff der "Bestattungsfachkraft". Der Gedanken diesen Beruf zu machen verfolgte ich mich einige Jahre, bis ich dann ein Praktikum machte, genau hier in diesem Bestattungsinstitut. Nach dem Praktikum entschied ich mich dann dazu, die Ausbildung zu machen."

Wie war die Reaktion von Familie und Freunden?

"Meine Mutter und ich teilen denselben schwarzen Humor, von daher fand sie die Entscheidung eigentlich vom ersten Moment an gut. Der Rest war anfangs nicht so begeistert. "Wie, Bestattungsfachkraft? So, mit Toten...musst du die dann auch anfassen???" Es gab ein paar komische Fragen zu Beginn, aber eigentlich haben sich alle relativ schnell daran gewöhnt und jetzt ist man natürlich Mittelpunkt jedes Gesprächs. Aber alle finden es toll und sind auch stolz darauf, weil es ja eine wirklich sinnvolle Arbeit ist."



Haben Sie sich bereits vor Ihrer Ausbildung und dem Beruf intensiver mit dem Thema "Tod" beschäftigt?

"Ja klar. Ich bin früher als Kind oft mit meiner Oma über den Dorffriedhof gegangen. Sie hat mir auch die unterschiedlichen Gräber erklärt: Urnengrab, Erdgrab und so. Ich wusste ja damals genau, dass da überall tote Menschen unter der Erde lagen, das war schon irgendwie unfassbar und auch etwas gruselig, aber eben auch total spannend und interessant. Auch die Gestaltung, die Aufmachung und Atmosphäre dort, fand ich einfach mystisch schön. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich noch nie so der helle, freundliche, sommerliche Typ war - ich mag eigentlich nur den Winter, wenn es dunkel ist, kalt und Schnee liegt.
Mit Frühling und Sommer konnte ich noch nie viel anfangen."


Wie war die erste Bestattung, die Sie dann wirklich selbst begleitet haben?

"Also während des Praktikums wird man ja viel mitgenommen und beobachtet. Mein erstes wirkliches Aufnahmegespräch, das ich selbst durchführen durfte, war an meinem letzten Praktikumstag. Mein Chef hatte total viel Vertrauen zu mir und meinte, ich würde das schon schaffen. Man muss dazu sagen, das Aufnahmegespräch mit der Familie, also den trauernden Angehörigen,
ist das schwierigste in unserem Beruf. In diesem Fall war die Situation zum Glück relativ einfach: Eine betagte Dame, die im Bett eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht war. Die Familie damals war sehr nett und wünschte sich eine Feuerbestattung, das war alles relativ unkompliziert. 

 

Natürlich gibt es auch ganz andere Fälle, wenn sich ein Familienvater das Leben nimmt, und die Angehörigen einfach eine riesen Wut auf den Suizidenten hat - Wenn sich dann Trauer, Wut und Verzweiflung mischen und sich das alles bei dir im Aufnahmegespräch entlädt...Man kann sich ja nie wirklich auf das vorbereiten, was da auf einen zukommt. Man muss aber einfach immer sein bestes geben und versuchen, sich auf die Trauernden einzulassen, mitzufühlen, ihnen wirklich zu zeigen, dass es einen selbst auch betroffen macht und man mit ihnen leidet. Trauernde sind da wahnsinnig feinfühlig, die merken sofort, wenn ihnen da einer gegenübersitzt, der sich eigentlich nicht für sie interessiert, sondern ihnen nur den teuersten Sarg verkaufen will oder so."

:: Persönliche Anmerkung ::

Ich war heute nicht als Betroffener beim Bestatter. Das würde ich jedem raten, einfach mal weit vor einem möglichen Trauerfall den Kontakt zu suchen. Frau Lutze meinte auch, dass man nicht bei der Suche auf Google auf die beworbenen Anzeigen klicken sollte, denn da kaufen sich Unternehmen einfach nach oben, das hat nichts mit zufriedenen Kunden oder Qualität zu tun.
Auch sollte man keine vermeintlichen "Sparangebote" in Anspruch nehmen oder zum Discountbestatter gehen. Oft sind das nämlich nur Lockangebote, mit denen zig Folgekosten verbunden sind, die so in der Beschreibung garnicht ersichtlich waren.
Es geht hier wirklich um einen sozialen Beruf, der den Umgang mit Menschen in Extremsituationen begleitet.
Soziale Intelligenz, Feingefühl, Rücksichtnahme und Empathie sind hier die Schlüsselqualifikationen. In einer solchen Situation möchte man sich gut aufgehoben und ernstgenommen fühlen. Macht euch doch einfach mal auf die Suche nach Instituten in eurer Nähe und vereinbart einen Termin, dann habt ihr auch im Fall der Fälle schon mal eine Adresse. 

Auch sollte man sich vielleicht mal Gedanken um die finanzielle Vorsorge machen - Beerdigungen kosten schließlich auch Geld...




Was schätzen Sie an Ihrem Beruf am meisten?

"Hm, das klingt jetzt vielleicht blöd aber, am meisten schätze ich tatsächlich meinen Chef und meine Kollegen. Wir kennen einander so gut, wir sind wie eine kleine Familie. Man denkt ja immer beim Bestatter wird nicht gelacht, aber gerade das Gegenteil ist der Fall: Wir lachen unheimlich viel, und das ist auch verdammt wichtig. Wir reden viel, tauschen uns aus, man hat immer einen Ansprechpartner, wenn man wirklich mal das Bedürfnis hat zu reden, Ablenkung sucht und so weiter. Es gibt einfach Zeiten, da wird einem das alles zu viel, und dann braucht man die passenden Leute um sich herum.

 

Es ist auch ein schönes Gefühl, wenn man eine Familie begleitet hat, die Bestattung dann vollzogen ist und man weiß, dass man alles richtig gemacht hat. Daneben gibt es auch andere Highlights, wie zum Beispiel mit Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr zu einem Personenschaden der Bahn gerufen zu werden. Man ist dann inmitten all dieser uniformierten Helfer und fühlt sich einfach wirklich wichtig und gebraucht - man tut einfach etwas Sinnvolles. In einer Situation, in der so viele sensationshungrig zusehen, mit Handys filmen und gerne noch näher dran wären - dabei aber nichts Sinnvolles oder Hilfreiches tun, als die eigene Neugier zu befriedigen - ist man selbst voll im Geschehen dabei und hilft direkt mit."


Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit Ihrem Beruf?

"Der schönste Moment ist einfach der, wenn eine Bestattung vollzogen ist und man weiß, dass man alles richtig gemacht hat - mir ist in diesem Zusammenhang ein Lob von meinem Chef auch sehr wichtig. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst und mein Chef hat ebenfalls sehr hohe Ansprüche an mich - wenn er mir dann sagt, dass alles super war, das ist einfach ein schönes Gefühl."


Gibt es auch schlechte Erlebnisse/Erinnerungen?

"Natürlich gibt es auch schlechte Erinnerungen...wenn man mal was vergessen hat oder so...Man hat ja bei einer Trauerfeier keine zweite Chance, oder die Möglichkeit etwas wirklich wieder gut zu machen...

 

Der schlimmste Moment, an dem wir als Bestattungsunternehmen aber nicht direkt beteiligt waren, war eine Urnentrauerfeier...Die Urne war nicht bei uns verwahrt, sondern im Krematorium. Die sollten die Urne zur Trauerfeier bringen...
Wir warteten und warteten, aber die Urne kam einfach nicht. Die Trauerfeier hatte bereits angefangen und ich telefonierte mit dem Krematorium. Dort hieß es, man könne die Urne nicht finden...Irgendwann gingen sogar die Musiker, weil sie zum nächsten Termin mussten und nicht mehr länger spielen konnten. Die Angehörigen waren völlig aufgelöst und letztlich kam die Urne dann erst, als die eigentliche Feier längst vorbei war...Das war ein wirklich schlimmer Moment für uns alle.

 

Ansonsten gibt es auch Momente, fernab von Trauerfeiern oder Vorbereitungen, die einem Magenschmerzen bereiten.
Wir haben zum Beispiel immer im Zweier-Team Bereitschaft für eine Woche. Das bedeutet, man geht normal von 08:00 bis 16:30 Uhr in die Arbeit, hat dann eigentlich Feierabend, geht nach Hause, verbringt Zeit mit seiner Familie und geht irgendwann ins Bett...mit dem Wissen, dass nachts um 01:00 Uhr das Telefon klingeln kann und man zu einer Hausabholung fahren muss...

(Ich kann Ihnen sagen, wenn man Bereitschaft hat und dann irgendwann am Abend das Telefon klingelt, und wenn nur die eigene Mutter dran ist, fährt man sofort hoch und denkt: Oh Gott, bitte nicht...Man ist die ganze Zeit angespannt...)
Also mitten in der Nacht anziehen, den Kollegen verständigen, zum Institut fahren, den Leichenwagen holen und dann zur Familie - dort findet man völlig aufgelöste Angehörige vor und muss den Leichnam abholen. Anschließend fährt man den Wagen wieder zum Betrieb und geht nach Hause. In der Zwischenzeit ist es vielleicht 03:00 oder 04:00 Uhr früh. Bis man dann wieder einschlafen kann, vergeht natürlich auch noch etwas Zeit und um 08:00 Uhr muss man wieder in der Arbeit sein."


Sind Sie ein gläubiger Mensch?

"Ja, absolut! Ich glaube aber weder, dass alle Bestatter von Grund auf gläubig sind, oder man das sein muss, um diesen Beruf
zu machen."


Hatten Sie berufsbedingt schon mal eine Glaubenskrise? (Tod von Kindern oder bei besonders schweren Schicksalen?)

"Also natürlich macht man sich Gedanken, wenn kleine Kinder sterben müssen und die Familie bei einem sitzt, um die Beerdigung zu planen. Eine Glaubenskrise hatte ich schon, aber nicht wegen dem Beruf. Ich bin mir sicher, dass all diese Verstorbenen nach ihrem Tod an einen besseren Ort kommen und es ihnen dort gut geht. Aber natürlich bin ich betroffen und leide mit den Angehörigen, gerade auch wenn es um Kinder geht. 

 

Was ich nicht verstehen kann ist, wenn Menschen die Schuld am Tod eines geliebten Menschen einfach auf Gott abladen. 

"Wie konnte Gott das nur zulassen? Warum passiert mir das etc.?"

 

Es gibt Menschen, die zeitlebens nie viel mit Gott am Hut hatten, und dann auf einmal ist gerade dieser Gott aber schuld an allem? Ich denke die Welt ist so, wie der Mensch sie haben will - da hat Gott nicht viel Anteil. Ich glaube auch, dass es Gott nicht kümmert, wie oft man sich am Tag betend zu Boden wirft, einfach um gottgefällig zu sein. Glaube hat mit Überzeugung, und nichts mit bloßen Gesten zu tun.

 

Ich denke, dass man wirklich Trost im Glauben finden kann, aber Gott einfach die Schuld zu geben hilft sicher nicht."


Ist man als Bestatter und dem täglichen Umgang mit dem Tod vielleicht "näher" an Gott?

"Als Mensch ist man sicher nicht näher an Gott. Natürlich haben wir mit den theologischen Inhalten mehr zu tun, als andere Menschen, aber im Allgemeinen würde ich sagen, dass einen der Beruf des Bestatters sogar mehr von Gott entfernt.

Viele Kollegen hinterfragen ihren Glauben, wenn es zum Beispiel um den Tod von Kindern geht - da taucht dann schon mal die Frage auf: Wie kann es einen Gott geben, wenn kleine Kinder qualvoll an Krebs sterben...

 

Auch Trauernde verlieren oft den Bezug, vielleicht nicht unbedingt zu Gott, aber auf jeden Fall zur Kirche - die Zahl der Gläubigen nimmt ja immer mehr ab, und wenn Sie mal eine Woche lang evangelische oder katholische Trauerfeiern mit mir mitbekommen würden, würden Sie das auch verstehen. Die Texte dieser Reden sind oft sehr ähnlich - das liegt in der Natur der Sache (Ablauf kirchlicher Trauerfeiern, Textpassagen aus der Bibel etc.), nur die Namen werden ausgetauscht. Und Menschen, die nie viel mit der Liturgie der Kirche zu tun hatten, finden in diesen biblischen Floskeln auch keinen Trost. Außerdem gibt es oft auch keine seelsorgerische Behandlung seitens der Pfarrer. Die kümmern sich häufig nicht wirklich um die Angehörigen."



Hat sich durch Ihren Beruf etwas in Ihrem Denken über den Tod oder über das Leben verändert?

"Nein, eigentlich nicht. Ich bin mir meiner Endlichkeit durchaus bewusst. Dass ich aus Angst darüber Gewohnheiten ändern würde oder ähnliches kam mir nie in den Sinn. Was sich durch den Beruf tatsächlich geändert hat sind eher praktische Dinge, wie zum Beispiel die Regelung und Vorsorge der Finanzen. Ich möchte, dass falls mir jetzt etwas zustoßen sollte, alles geklärt und geregelt ist."


Verfolgt Sie die Arbeit manchmal auch über den Feierabend hinaus?

"Also wenn man keine Bereitschaft hat, dann ist Feierabend ja wirklich Feierabend. Aber sicher gibt es Momente, Wochen, in denen es einfach zu viel wird, weil man jeden Tag einen Trauerfall hat...Und es gibt ja so viele Schicksale und Todesarten...Ich hatte es erst letzte Woche: Ich saß zu Hause mit einem Freund und fing auf einmal einfach an zu heulen, weil es einen manchmal eben überkommt. Ich denke Frauen sind da noch etwas feinfühliger und uns passiert das öfter als den männlichen Kollegen - die brauchen aber auch jemanden zum Reden, weil es auch denen manchmal zu viel wird."

Jeder Mensch hat mal einen schlechten Tag, kann man sich das in Ihrem Beruf überhaupt leisten bzw. wie geht man damit um?

"Also ich freue mich in der Regel schon auf die Arbeit; sicher nicht darüber, dass wieder jemand stirbt, aber darauf Menschen in einer schwierigen Situation helfen und Beistand geben zu können. Aber klar, ich habe auch Tage, wo ich morgens beim Klingeln des Weckers an die Decke springen könnte. Das kann man natürlich nicht mit in die Arbeit nehmen. Also versuche ich mir kleine Ziele über den Tag zu setzen und sage mir: Jeder Tag hat einen Feierabend.
An solchen Tagen ist es dann auch einfach wichtig, abends etwas für sich selbst zu tun und sich zu belohnen."



Sterben muss man sich leisten können...

"Geld spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Es sind nach oben keine Grenzen gesetzt, wie viel eine Bestattung kosten kann.  Da geht es dann aber weniger um eine würdevolle Beisetzung, als vielmehr darum gesehen zu werden. Dann gibt es eben die größtmögliche Traueranzeige in der Zeitung, kein Lied von der CD oder einen einzelnen Organisten, sondern ein Trio oder noch mehr Musiker, die live spielen, den teuersten Sarg etc.

 

Wenn man keine finanziellen Mittel hat, dann gibt es eben den schlichtesten Fichtenholzsarg, ein einfaches Sargbouquet,  keine Traueranzeige, auch keine Sterbebildchen usw. Es gibt aber auch Familien, die es sich leisten könnten, und trotzdem eine schlichte Beisetzung wünschen, weil der Verstorbene zeitlebens sehr bescheiden war und sich aus materiellen Dingen nie viel gemacht hat. Oder es gibt Fälle, in denen zwar Geld vorhanden ist, man aber einfach nur froh ist, dass der Verstorbene endlich verschieden ist...zerrüttete Familienverhältnisse, Streit o. ä. vorlagen...Solche Fälle bewerte ich aber nicht moralisch. Ich denke mir, es wird schon Gründe haben, warum die Angehörigen so mit der Situation verfahren, wie sie es tun.

 

Menschen, die sich für ihren Verstorbenen schon gerne etwas mehr wünschen würden, aber einfach nicht das nötige Kleingeld haben, können in Absprache mit uns auch eine Ratenzahlung vereinbaren, oder beim Sozialamt einen Antrag auf Bestattungskostenhilfe stellen."


Haben Sie Angst vor dem Tod?

"Vor dem Tod an sich habe ich absolut keine Angst, eher vor dem Sterben - vor einem langsamen, schmerzhaften Tod, einer langen, schweren Krankheit oder so."


Wie stellen Sie sich Ihre Bestattung vor?

"Also für den Fall, dass mir jetzt etwas passieren sollte, würde ich es meinen Angehörigen so einfach und günstig wie möglich machen wollen. 

 

Ansonsten würde ich hoffen, dass ich noch möglichst gut aussehe, sodass man mich nochmal aufbahren kann - ein Blumenmeer um mich herum. Ich habe auch schon Lieder ausgesucht, die ich gerne gespielt hätte - bloß keine Orgel! Ich glaube wenn eine Orgel spielt, stehe ich prompt wieder auf! Maultrommel wäre so ziemlich das einzige Instrument, das es gibt, das ich noch weniger mag als eine Orgel...

 

Es gibt auch einen Lieblingssarg von mir, den gibt es in schwarzem oder weißem Klavierlack - welche Farbe ich dann gerne hätte, weiß ich jetzt aber noch nicht."


Wenn Gott und der Tod an einem Tisch sitzen würden, und sie dürften eine Frage stellen, an wen würden Sie sie richten und was würden Sie fragen?

"Ich würde die Frage auf jeden Fall Gott stellen, der Tod ist ja nur Angestellter und somit Mittel zum Zweck.

Ich würde Gott fragen: Wie schaffst du es, mich zu kennen und mich trotzdem zu lieben."


In Erinnerung bleiben...

Hier sieht man Anhänger, in denen man die Asche des Verstorbenen aufbewahren kann. Diese können zwar ohne Probleme verkauft, aber nicht befüllt werden. In Deutschland herrscht Friedhofszwang. Das bedeutet, dass Särge und Urnen beigesetzt werden müssen, und zwar auch innerhalb einer bestimmten Zeit. Auch darf das Krematorium keine Asche für diesen Zweck der Aufbewahrung aus der Urne abführen.

Eine andere Form der Erinnerung ist die "Totenmaske". 

Game of Thrones Fans fühlen sich hier vielleicht an das Haus von schwarz und weiß erinnert. Ich muss gestehen, eine solche Maske vor sich zu haben, die das Gesicht eines Toten darstellt...das war schon irgendwie seltsam. Ich wüsste auch nicht, ob ich eine solche Maske als Erinnerung zu Hause haben wollte...

 

Man kann auch den Fingerabdruck eines geliebten Verstorbenen auf einen Ring oder Anhänger aufbringen lassen. Diese Stücke fand ich eigentlich sehr schön.
Ebenso kann aus der Asche des Verstorbenen eine sogenannter "Erinnerungsdiamant" gepresst werden.